Elternratgeber – Tipps für Groß und Klein:

Wie entsteht eine Karies („Loch“)?

Kohlenhydrate (Zucker) werden im Mund von Bakterien verdaut. Dabei entsteht Säure, die den Zahnschmelz auflöst und die sogenannte „Karies“ verursacht. Der Zahn hat ein „Loch“.



Wie kommt Karies in den Kindermund?

Karies ist eine Infektionskrankheit, bei der bestimmte Bakterien eine Rolle spielen. Im Normalfall ist der Mund eines Neugeborenen keimfrei! Die Übertragung der kariesverursachenden Bakterien erfolgt erst später über andere Personen, z. B. durch den Speichelaustausch mit Mutter, Vater oder den Geschwistern. Der Zeitraum, in welchem es zu einer Infektion kommt, liegt bei diesen Bakterien zwischen dem 19. Lebensmonat und 3. Lebensjaht. Sicherlich kann der Kontakt nicht auf Dauer vermieden werden, doch je später dieser erfolgt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Bakterien in der Mundhöhle manifestieren, da diese bereits von nützlichen Bakterien besiedelt ist.

Tipps:


• Den Schnuller und Löffel des Kindes niemals abschlecken.
• Jedes Familienmitglied sollte seine eigene Zahnbürste benutzen.
• Bewahren Sie die Zahnbürste jedes Familienmitglieds separat auf
• Alle Familienmitglieder sollten regelmäßige ihre Zahnarztkontrolltermine wahrnehmen

Kohlenhydrate werden im Mund von diesen Bakterien verdaut. Dabei wandeln die Bakterien den Zucker in Säure um. Bleibt die Säure längere Zeit auf den Zähnen, greift sie den Zahn an und die sogenannte „Karies“ entsteht. Der Zahn hat ein „Loch“.






  • Warum ist es wichtig, dass Kinderzähne keine Karies bekommen?

Leider hält sich bis heute die Meinung, dass Milchzähne nicht so wichtig sind, weil sie ja ausfallen. Dies ist aus zahnärztlicher Sicht falsch. Gesunde Milchzähne sind wichtig, das sie viele Aufgaben haben:

 • Kaufunktion
 • Platzhalterfunktion (vorzeitiger Verlust führt zu Platzmangel für bleibende Zähne)
 • Kieferentwicklung
 • Sprachentwicklung
 • Ästhetik (selbstbewusstes Lachen)
 • Kariesgefahr für andere Milchzähne und die neuen Zähne
 • Vorbeugung von Schmerzen
 • Schädigung nachfolgender Zähne (Schmelzdefekte)







  • Wann sollte mein Kind das erste Mal zum Zahnarzt?

Wir empfehlen einen Besuch bereits ab dem ersten Milchzahn. Dieser Termin soll Ihnen als Eltern helfen, die Mundgesundheit Ihres Kindes von Anfang optimal unterstützen zu können.




Was kann ich beim ersten Zahnarztbesuch beachten?

Wir möchten Ihr Kind behutsam an die Behandlung heranzuführen.
Unser erster Termin dient daher ausschließlich dem Kennenlernen und
unserer Einschätzung des Behandlungsbedarfs und der Behandlungs-
bereitschaft Ihres Kindes. Von einer Behandlung beim Erstbesuch
sehen wir stets ab. In vielen Fällen sorgt die positive Atmosphäre,
die Tatsache, dass wir alles sehr gründlich vorher erklären, und vor
allem ein schmerzfreies Arbeiten für eine erfolgreiche Behandlung
ab dem zweiten Termin.

Tipps dazu finden Sie auf der Hauptseite unter Kinderbehandlung.







  • Wann fallen die Milchzähne aus?

Die ersten Milchzähne (Schneidezähne) fallen in der Regel zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr aus. Die Milchbackenzähne werden erst zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr ersetzt. Es gibt Kinder, die etwas früher alle bleibenden Zähne bekommen aber auch Kinder, bei denen es länger dauern kann.




Was mache ich, wenn mein Kind zahnt?


Bei einigen Babys kommt der erste Zahn völlig unbemerkt. Diese Kinder haben keine oder nur geringe Beschwerden. Andere Kinder haben Schmerzen, Rötung des Zahnfleisches, verstärkter Speichelfluß, gerötete Wangen, seltener Fieber oder Durchfall.

Tipps:


• Geben Sie dem Kind einen gekühlten Beissring.
• Verwenden Sie zur Kühlung einen feuchten und kalten Waschlappen.
• Tragen Sie lokal schmerzstillendes Dentinox-Gel auf.
• Bei Fieber und Schmerzen können Sie evtl. kurzzeitig Fieber- und Schmerzzäpfchen verwenden – halten Sie dazu unbedingt Rücksprache mit Ihrem Kinder- oder behandelnden Zahnarzt.




Richtig Zähneputzen, denn ein sauberer Zahn wird nicht krank


Vom Durchbruch des ersten Zahnes an sollten die Zähne täglich mindestens einmal, ab dem zweiten Lebensjahr mindestens zweimal täglich gründlich gereinigt werden. Putzen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und den Geschwistern. Das Nachahmen von Erwachsenen macht Kindern oft großen Spaß.

Nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (ca. 6. Lebensjahr) sollte mit einer Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mindestens zweimal täglich geputzt werden.

Bis zum 8. Lebensjahr sollten Sie bei der täglichen Zahnpflege in Form von Nachputzen oder Kontrolle des Putzergebnisses mithelfen. Erst dann ist die Feinmotorik so weit entwickelt, dass Ihr Kind die Zahnpflege selbständig durchführen kann.




Die richtige Zahnpasta für jedes Alter

Das tägliche Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta ist die beste Maßnahme, um Karies vorzubeugen, da Fluoride am besten lokal auf der Zahnoberfläche wirken.

Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes bis zum Durchbruch des ersten bleibenden Zahnes sollte Kinderzahnpasta (500 pm Fluorid) verwendet werden. Keine fluoridhaltige Kinderzahnpasta sollte verwendet werden, wenn Sie Ihrem Kind noch die Fluoretten geben. Verwenden Sie dann fluoridfreie Kinderzahnpasta.

Nach dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne (ca. 6. Lebensjahr) sollte mit einer Junior- oder Erwachsenenzahnpaste (1000 bis 1500 ppm) mindestens zweimal täglich geputzt werden.




Mit Fluoriden zu mehr Widerstandsfähigkeit

Fluorid ist ein natürliches Spurenelement. Es erhöht die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen Säureangriffe und kann beginnende Schäden am Zahn aufhalten.

Das tägliche Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta ist die beste Maßnahme, um Karies vorzubeugen, da Fluoride am besten lokal auf der Zahnoberfläche wirken.

Ab dem 6. Lebensjahr sollte zusätzlich zur täglichen Zahnpflege einmal wöchtenlich ein fluoridhaltiges Gelee aufgetragen werden (Elmex Gelee oder Sensodyne Gelee). Hierfür können wir bis zum erreichen des 18. Lebensjahres ein Rezept ausstellen.

Fluoridhaltige Präparate werden in unserer Praxis (abhängig vom Kariesrisiko) ab dem Alter von 6 Jahren zwei- bis viermal jährlich aufgetragen.



Zahnseide ist auch für Milchzähne gut

Bei vielen Kindern stehen die Milchzähne so eng zusammen, dass man die Zahnzwischenräume mit der Zahnbürste nicht richtig sauber bekommt. Besonders anfällig ist der Zahnzwischenraum zwischen und hinter den beiden Milchbackenzähnen. Um Karies in diesem Bereich zu vermeiden, sollte Zahnseide auch bei Ihrem Kind Bestandteil der täglichen Zahnpflege sein.

Wir empfehlen Zahnseide im Halter!




Fläschchenkaries – „Nursing-bottle-syndrom“

Gewöhnen Sie Ihr Kind von Anfang an nur an Wasser!

Das Nursing-Bottle-Syndrom entsteht aufgrund mit Trinkflaschen verabreichter Getränke wie z. B. Milch, mit Zucker oder Honig gesüßte Tees oder Fruchtsäfte und Schorle. Betroffen sind insbesondere die oberen Schneidezähne und die ersten Backenzähne von Babys und Kleinkindern. Die unteren Zähne werden durch die Zunge geschützt. Braune Verfärbungen sind erste Warnzeichen.

So können Sie Ihr Kind schützen:


• Geben Sie Ihrem Kind die Saugflasche nicht zum Dauernuckeln.
• Setzen Sie die Saugflasche nach dem 12. Lebensmonat ab.
• Verhindern Sie die Übertragung kariogener Bakterien durch Speichel.
• Lassen Sie Ihr Kind niemals mit der Flasche im Mund einschlafen.
• Verwenden Sie Wasser und ungesüßte Tees.
• Reinigen Sie die Zähne nach dem Durchbruch des ersten Zahnes morgens und abends.
• Verabreichen Sie Ihrem Kind Fluoride in Form von fluoridiertem Kochsalz und putzen Sie die Zähne mit fluoridierten Kinderzahnpasten.






„Große“ Kinder brauchen keinen Schnuller

Bevorzugen Sie Schnuller mit abgeflachten Saugern (schmale Auflage für Kiefer und Lippen) sowie Löchern im Schild.

Wir empfehlen, dass Ihr Kind mit Vollendung des zweiten Lebensjahres keinen Schnuller mehr benutzt. Denn Studien kommen zu dem Ergebnis, dass zu langes Schnullern eine Verformung der Kiefergeometrie bewirken kann, so dass Fehlstellungen der Zähne (offener Biss), sowie Zungenfehlstellungen und daraus resultierende Sprachfehler möglich sind.




Weitere Fragen bitte an: Zahnärztin Dr. Laufer, Kemptener Str. 99, 88131 Lindau, Tel.: +49 (0) 83 82 - 943 66 88

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