Wissenswertes über die Kinderzahnheilkunde
(Behandlungsmethoden):

Mit was wird ein „Loch“ im Zahn repariert?


Es gibt unterschiedliche Füllungsmaterialien. Das früher häufig verwendete Material Amalgam sollte bei Kindern nicht verwendet werden.

In unserer Praxis verwenden wir zwei verschiedene Materialien:

• Kunststoff:


Der von der gesetzlichen Krankenkasse übernommene Werkstoff ist zahnfarben.
Da er sich mit der Zeit auswäscht und Randspalten entstehen, muss er in gewissen
Abständen erneuert werden. Er wird häufig bei Milchzähnen verwendet, die bald
ausfallen. Weniger geeignet ist er für Milchzähne bei kleinen Kindern, da hier die
Füllungen noch lange halten sollten.

 

• Composite („Kunststoffkeramik“):


Dieses sehr hochwertige Material besteht zu 60% aus Keramikteilchen und wird
vorzugsweise für Füllungen verwendet, da es eine lange Haltbarkeit und hohe
Belastbarkeit aufweist. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten.




Milchzahnkrone: Prinzessinnen-, Piraten- oder Ritterzahn?

Bei ausgedehnter oder tiefer Karies muss der Milchzahn mit einer Milchzahnkrone versorgt werden. Dies sind silberfarbene, vorgefertigte Kronen, die in vielen verschiedenen Größen vorhanden sind. Dank dieser Milchzahnkronen können wir auch schwer beschädigte Milchzähne erhalten.

Kariöse Frontzähne werden mit einem speziellen Klebeverfahren und zahnfarbenem Kunststoff versorgt. Eine vorgeformte Kunststoffform gibt dem Zahn die ursprüngliche Form zurück.

Der Milchzahn fällt zusammen mit der Kinderkrone ganz normal, wie jeder andere Milchzahn auch, von alleine aus.




Was kann man tun, wenn das „Loch“ den Zahnnerv erreicht hat?


Da die Nervenkammer von Milchzähnen sehr viel größer ist als die des
bleibenden Zahnes, ist der Nerv deutlich häufiger von Karies betroffen als
der Nerv von bleibenden Zähnen.

In den meisten Fällen ist es ausreichend, den betroffenen Teil des Nervs zu entfernen (Vitalamputation) und den Zahn anschließend mit einer Michzahnkrone
zu versorgen.

Eine unzureichende Behandlung (z. B. das Belassen oder Aufbohren des
betroffenen Zahnes) kann zu weiteren Schäden führen:
• Beschädigung des darunterliegenden neuen Zahnes
• akuter Notfall (Schmerzen, Schwellung)




Mit Lokalanästhesie zur schmerzfreien Behandlung

Ihr Kind soll die Behandlung schmerzfrei erleben. Aus diesem Grund führen wir viele Behandlungen mit örtlicher Betäubung durch.

Die Wirkungsdauer beträgt je nach Kind zwischen 1 bis 3 Stunden. Bitte achten
Sie nach der Behandlung darauf, dass sich Ihr Kind nicht auf die Lippe beißt oder
zwickt. Zudem sollte es, solange die Betäubung wirkt, nichts essen oder Heißes
trinken.

Damit Ihr Kind mit dem Gefühl der Betäubung zurechtkommt, erklären wir ihm, dass sich der Zahn ein Kissen aufpustet, sich darauf legt und schläft.

Tipp: Sie sollten in der Gegenwart ihres Kindes nicht das Wort „Spritze“ verwenden.




Oberflächenanästhesie: mit Kirschmarmelade weniger Pieks


Wir betäuben die Stelle der Mundschleimhaut, an welcher der Einstich der Spritze erfolgt, mit einem Oberflächenanästhetikum („Kirschmarmelade“), damit Ihr Kind den „Pieks“ gar nicht oder nur minimal spürt.




Professionelle Zahnreinigung für Ihr Kind

Trotz regelmäßiger Zahnpflege zu Hause können im Laufe der Zeit hartnäckige Beläge entstehen, die mit der Zahnbürste nicht mehr entfernt werden können. Oft bilden sich diese Beläge an schwer zu erreichenden Stellen. Sie sind Mitursache für das Entstehen von Karies.

Mit kleinen Polierbürstchen und lecker schmeckender Polierpaste können diese Beläge entfernt werden. Neben der Zahnreinigung und dem damit verbundenen kariesprophylaktischen Effekt bewirkt die professionelle Zahnreinigung, dass die Kinder auf diese Art und Weise Vertrauen aufbauen und somit auf eine spätere Behandlungssituation spielerisch vorbereitet werden.

Gesunde bzw. kariesfreie Milchzähne sind die Voraussetzung für gesunde und bleibende Zähne.




Fissurenversieglung statt Risiko

Als Fissur bezeichnet man die Täler im Kauflächenrelief der Seitenzähne. Im Gegensatz dazu sind die Berge die Höcker.

Nach dem Zahndurchbruch werden die Fissuren häufig durch Bakterien besiedelt. Da Fissuren manchmal sehr tief (bis zu 1 mm) und sehr schmal (50 μm) sein können, ist eine ausreichende Reinigung häufig nicht möglich. Bakterien können in die Fissuren eindringen, sich rasch vermehren und aggressive Säuren bilden, was zur Entstehung von Karies führt.

Fissurenkaries zu erkennen ist oft schwierig, da sie häufig von außen nicht sichtbar ist und die zahnärztliche Diagnose durch die Enge der Fissuren zusätzlich erschwert wird.

Deshalb lassen wir kurz nach dem Zahndurchbruch die noch kariesfreien Fissuren mit einem dünnflüssigem Kompositmaterial ausfließen (Fissurenversiegelung). Ist die Fissur bereits besiedelt, muss diese erst gereinigt und evtl. durch Beschleifen etwas erweitert werden (erweiterte Fissurenversiegelung). Die sogenannte Fissurenversiegelung ist völlig schmerzfrei.




Dank digitalem Röntgen kaum Strahlenbelastung

In den engen Zahnzwischenräumen und unter alten Füllungen kann Karies oft nicht oder nur sehr schwer frühzeitig erkannt werden. Deshalb benötigen wir zum Ausschluss einer „Approximalkaries“ (Zahnzwischenraumkaries) sehr oft Röntgenbilder.

Da wir in unserer Praxis über ein hochmodernes digitales Röntgengerät verfügen, wird die Strahlenbelastung für Ihr Kind auf ein Minimum beschränkt.




Fluoridierung hilft dem Zahnschmelz

Fluorid ist ein natürliches Spurenelement. Es erhöht die Widerstandsfähigkeit der Zähne gegen Säureangriffe und kann beginnende Schäden am Zahn aufhalten.

Das tägliche Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta ist die beste Maßnahme, um Karies vorzubeugen, da Fluoride am besten lokal auf der Zahnoberfläche wirken.

Ab dem 6. Lebensjahr sollte zusätzlich zur täglichen Zahnpflege einmal wöchtenlich ein fluoridhaltiges Gelee aufgetragen werden (Elmex Gelee oder Sensodyne Gelee). Hierfür können wir bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres ein Rezept ausstellen.

Fluoridhaltige Präparate werden in unserer Praxis (abhängig vom Kariesrisiko) ab einem Alter von 6 Jahren zwei- bis viermal jährlich aufgetragen.




  • Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung?

Sie haben bei uns stets die Möglichkeit, Ihr Kind ohne private Zuzahlung behandeln zu lassen. In der Kinderzahnheilkunde gibt es jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die hochwertiger sind als es eine reine Grundversorgung. Sie werden von uns vor der Behandlung über diese Möglichkeiten aufgeklärt und entscheiden selbst, welche Versorgung Sie für Ihr Kind wählen.

Bei Kindern ab dem 6. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen zweimal im Jahr Prophylaxeleistungen:

Erstellen eines Mundhygienestatus: dabei werden die Zähne angefärbt und dadurch die Beläge sichtbar gemacht um den Kindern deren Schwachstellen bei der häuslichen Zahnpflege zu zeigen. Den Kinder wird die richtige Zahnputztechnik gezeigt, Zahnpflegehilfsmittel erklärt. Die Zähne werden gereinigt und abschließend mit einem Schutzlack versorgt.




Weitere Fragen bitte an: Zahnärztin Dr. Laufer, Kemptener Str. 99, 88131 Lindau, Tel.: +49 (0) 83 82 - 943 66 88

Impressum / Datenschutzerklärung